Luftpflanzen
Ratgeber der RHS
Luftpflanzen (Tillandsia spp.) stammen aus Mexiko und Südamerika. Sie werden so genannt, weil sie ihre kurzen, drahtigen Wurzeln verwenden, um sich an Ästen, Felswänden oder sogar an Strom- und Telefonleitungen zu befestigen, anstatt im Boden zu wurzeln.
Schnellfakten
- Trivialname – Luftpflanze
- Botanischer Name – Tillandsia spp.
- Gruppe – Tropische Epiphyten (Wachstum auf Ästen oder Stämmen von Wirtsbäumen ohne Parasitismus) oder Lithophyten (Wachstum auf Felsen)
- Blütezeit – Frühling bis Herbst
- Pflanzzeit – Ganzjährig
- Lichtverhältnisse – Helles, diffuses Licht
- Winterhärte – Tropisch
- Schwierigkeit – Mittel bis schwierig
Kultur
Die wichtigsten Aspekte beim Kultivieren von Luftpflanzen sind ihre Anforderungen an Luft, Licht, Wasser und Wärme. Pflanzen können im Vereinigten Königreich im Sommer nach draußen gestellt werden, um von den helleren Bedingungen, Regenfällen und der höheren Luftfeuchtigkeit zu profitieren, sollten aber im frühen Herbst wieder ins Gewächshaus oder ins Haus gebracht werden.
Tillandsia haben Blätter, die mit spezialisierten, wasseraufnehmenden Zellen, sogenannten Trichomen, überzogen sind, die in einigen Arten so dicht sind, dass sie den Pflanzen ein silbrig‑gefrostetes Aussehen verleihen. Die Trichome sind ihre Hauptmöglichkeit, Feuchtigkeit aus Regen oder Nebel aufzunehmen.
Luftpflanzen werden oft auf knorrigem Holz, Muscheln oder Steinen angebracht, an die sie gebunden, verdrahtet oder geklebt werden. Das ornamentale Erscheinungsbild von Tillandsia und ihre farbenfrohen, exotisch aussehenden Blüten machen sie zu faszinierenden und beliebten Pflanzen für das Zuhause und Gewächshäuser.
Belüftung
Luftpflanzen haben sich an Standorte mit hervorragender Luftzirkulation angepasst. Es ist daher sehr wichtig, einen gut belüfteten Standort bereitzustellen, damit die Pflanzen gesund bleiben.
Lichtverhältnisse
Tillandsia bevorzugen helles, aber diffuses Licht, daher sollte direkte Sonneneinstrahlung, insbesondere unter Glas, vermieden werden. Ein Standort in einem Südfenster hinter einem Netvorhang ist ideal.
Bewässerung und Düngung
- Von Frühling bis Herbst sollten die Pflanzen im Durchschnitt zwei‑ bis dreimal pro Woche in Regenwasser eingetaucht werden, wobei sie dazwischen abtrocknen sollten.
- Vermeiden Sie die Verwendung von Leitungswasser, insbesondere in Gebieten mit hartem Wasser, da das Wasser gelöstes Natriumhydrogencarbonat enthält, das sich auf den Trichomen ablagern und diese blockieren kann, wodurch die Tillandsia keine Feuchtigkeit und Nährstoffe mehr aufnehmen kann.
- Bei höheren Temperaturen und niedriger Luftfeuchtigkeit kann eine häufigere Bewässerung erforderlich sein; in kühleren, feuchteren Bedingungen seltener.
- Pflanzen sollten nach dem Gießen so ausgerichtet werden, dass das Wasser aus dem Zentrum oder der Krone der Pflanze abfließt, oder nach dem Gießen vorsichtig geschüttelt werden, um Wassertröpfchen zu entfernen.
Temperatur
Die Pflanzen gedeihen am besten, wenn die Temperatur nicht unter 12 °C fällt und können bei hoher Luftfeuchtigkeit bis zu 30 °C tolerieren.
Beschneiden
Die meisten Bromelien, einschließlich Tillandsia, sind monokarpisch, was bedeutet, dass sie zur Reife wachsen, blühen, Samen bilden und dann sterben, aber nicht bevor sie Jungpflanzen aus der Basis produziert haben. Die Mutterpflanze kann nach dem vollständigen Absterben entfernt werden; ansonsten ist kein Beschneiden erforderlich.
Vermehrung
Ableger
Tillandsia lassen sich leicht durch Trennen der Ableger vermehren, obwohl es am besten ist, zu warten, bis diese etwa ein Drittel der Größe der Mutterpflanze erreicht haben, um Erfolg zu gewährleisten.
Samen
Samen von Tillandsia benötigen zum Keimen Wärme, Feuchtigkeit, Licht und gute Luftzirkulation.
Auswahl von Sorten
Einige Tillandsia‑Arten, die in der Kultivierung vorkommen, umfassen verschiedene Arten mit unterschiedlichen Blattformen und Blütenfarben.
Probleme
- Fäulnis – kann auftreten, wenn Wasser im Zentrum der Pflanze steht und die Luftzirkulation schlecht ist.
- Austrocknung – kann durch unregelmäßiges Gießen, hohe Temperaturen und niedrige Luftfeuchtigkeit verursacht werden.
- Laubabwurf – kann auf Stress zurückzuführen sein, etwa durch Umweltveränderungen oder Wasserstress, und kann auch ein Anzeichen für Fäulnis sein.
- Braune oder gebleichte Blätter – entstehen meist durch Überhitzung unter Glas in direktem Sonnenlicht und niedrige Luftfeuchtigkeit.
- Nacktschnecken und Schnecken – können ein Problem sein, insbesondere wenn die Pflanzen im Sommer draußen stehen.
